← die Devdan Show, „Treasure of the Archipelago“, im Bali Nusa Dua Theatre Devdan-Ratgeber

INNEN IN DEN FÜNF AKTEN

Devdans fünf Akte: Die Tänze hinter jeder Insel

Über die allgemeine „traditionellen Tänze und Akrobatik“ hinaus – worum sich jede der fünf Insel-Acts von Devdan tatsächlich dreht, von einem Saman-Tanz bis zu einem Jagdfestival.

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Devdans fünf Akte auf einen Blick

HandelnZentrale Tanz- oder SzeneSehenswert
SumatraSamantanzer gepaart mit LuftakrobatikEin echtes, von der UNESCO gelistetes Sitzklatsch-Tanzritual, inszeniert in Kombination mit Luftakrobatik
JavaEine inszenierte KampfszeneEs greift die Tradition der dramatischen, höfischen Kampfchoreografie Javas auf.
Kalimantan (Borneo)Eine Liebesgeschichte, erzählt durch TanzInspiriert von der Werbung der Dayak und den Bildern des Waldes
BaliHeimischen Tanz und Gamelan erlebenDer lokale Anker der Archipel-Tour, in voller Inszenierungsqualität.
PapuaEin Jagdfest-FeierHoch energetische Dorfchoreografie mit Bodypainting und Federkostüm

Fünf Akte, ein roter Faden

Devdans Synopsis führt das Publikum durch Bali, Java, Sumatra, Kalimantan und Papua – ein Akt pro Insel, wobei die genaue Reihenfolge und Inszenierung je nach Saison variieren können. Konstant bleibt die Struktur: Jeder Akt ist keine generische „Regionstanz-Nummer“, sondern eine konkrete szenische Darstellung – eine Schlacht, eine Werbung, ein Fest – aufgebaut um eine wiedererkennbare Tanztradition aus dieser Region Indonesiens. Zu wissen, worum es in jedem Akt tatsächlich geht, statt nur zu wissen, welche Insel er repräsentiert, macht die Stunde leichter verständlich und im Moment umso genießbarer.

Sumatra: der Saman-Tanz und eine Eröffnung aus der Luft

Die Sumatra-Szene ist um den Saman-Tanz inszeniert, eine echte und gut dokumentierte Aufführungstradition des Gayo-Volkes in Aceh im Norden Sumatras, die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist. In engen Reihen sitzend aufgeführt, beruht sie auf schnellen, perfekt synchronisierten Handklatschen, Brustschlägen und Körperpercussion statt auf Schrittarbeit – wegen der Wirkung manchmal auch „Tanz der tausend Hände“ genannt. Devdan verbindet diese bodennahe Präzision mit einer Luftakrobatik-Sequenz und eröffnet die Reise der Show mit einer echten regionalen Tradition statt einer erfundenen. Es lohnt sich, diesen Akt genau zu beobachten, wenn man die Methode der Show im Kleinen sehen möchte: erst echte Volkstradition, dann die theatralische Überhöhung, die darübergelegt wird.

Java: eine dramatische Schlachtszene

Javas Auftritt ist als dramatische Kampfsequenz inszeniert und greift dabei auf die lange Tradition der martialischen und höfischen Aufführungskunst der Insel zurück – dieselbe breite Linie, aus der auch Javas klassisches Tanzdrama und das von Gamelan begleitete Geschichtenerzählen hervorgegangen sind. Java war historisch die Heimat der einflussreichsten Königshöfe Indonesiens, und seine darstellenden Künste neigen eher zum Formalen und Kontrollierten als zum Locker-Improvisierten; eine inszenierte Konfliktszene ist daher ein natürlicher Weg, diese Disziplin in eine akrobatikgetriebene Show zu bringen, ohne die theatralische Spannung zu verlieren. Achten Sie auf den Tonkontrast zu den Darbietungen davor und danach – die Choreografie hier ist insgesamt straffer und formationsbasierter als die lockerere, festlichere Bewegung im Papua-Act, der die Show beschließt.

Kalimantan: eine Liebesgeschichte aus dem Inneren Borneos

Der Kalimantan-Akt – der indonesische Teil der Insel Borneo – ist um eine Liebesgeschichte herum aufgebaut und greift auf die Werbungsrituale und die Waldbilder der Dayak-Völker der Insel zurück. Die dayakische Aufführungskultur lebt oft vom Leben im Langhaus, von Nashornvogel-Federn und Kriegermotiven – das verleiht diesem Akt eine sichtbar andere Farbpalette als der höfischen javanischen Szene davor oder der balinesischen danach. Eine Erinnerung daran, dass „indonesischer Tanz“ nicht ein Stil ist, sondern viele, die im selben Land nebeneinander existieren. Für die meisten Besucher ist dies der unbekannteste der fünf Akte zu Beginn – und genau das ist ein Grund, warum er sich oft als einer der denkwürdigsten Abschnitte der Show einprägt.

Bali: die Zielgerade, inszeniert mit voller Produktion

Die Bali-Inszenierung greift auf die Tempeltanz- und Gamelan-Traditionen zurück, die Sie während Ihres Aufenthalts bereits auf der Insel erahnen können – Legong-bewegte Choreografie, vergoldete Kostüme, perkussive Orchestermusik –, präsentiert jedoch mit voller Licht-, Ton- und Bühnenregie eines eigens dafür gebauten Theaters statt in einem Dorfhof. Für Besucher, die noch keine balinesische Tanzaufführung anderswo gesehen haben, ist sie eine solide Einführung; für jene, die bereits eine erlebt haben, bietet sie die Gelegenheit, dieselbe Tradition in anderem Maßstab zu sehen – mit komplettem Ensemble und Bühneneffekten statt der intimeren Atmosphäre einer Tempelhof-Aufführung.

Papua: ein Jagdfest und das äußerste Ende des Archipels

Die Reise endet in Papua, der östlichsten und kulturell melanesischen Region Indonesiens, mit einer Inszenierung rund um ein Dorf-Jagdfest – temperamentvolle Gruppenchoreografie, Körperbemalung und Federkostüme, die auf Traditionen zurückgreifen, die sich deutlich von den malaiischen und hinduistisch geprägten Stilen unterscheiden, die zuvor in der Show zu sehen waren. Dass der Schluss hier und nicht auf Bali stattfindet, ist eine bewusste dramaturgische Entscheidung: Sie führt das Publikum vor dem Finale bis an den äußersten Rand des Archipels und unterstreicht, wie viel kulturelle Distanz der Abend in einer einzigen Sitzung überbrückt – von der höfischen Formstrenge Javas bis zur ausgelassenen Energie eines papuanischen Dorffestes.

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