Die Zirkusseite der Show
Die Akrobatik und Luftakrobatik in Devdan
Devdan ist in erster Linie Tanz, doch die Luftakrobatik an Seidentüchern, die Bodenakrobatik und die Bühneneffekte entlehnen sich der Zirkusspektakel-Welt – hier erfahren Sie, was diese Seite der Show ausmacht.
Devdan-Show-Termine auf GetYourGuide ansehen ↗Nicht nur eine Tanzshow
Devdan als „traditionellen Tanz“ zu beschreiben, ist einfach – aber das wird der halben Show nicht gerecht. In die fünf regionalen Akte ist eine Produktion eingewoben, die durchaus ans Zirkusartige grenzt: Luftakrobatik, Bodenturnen, Salti und Bühneneffekte gesellen sich zur Choreografie und erinnern im Geiste eher an eine globale Arenaspektakel-Show – jene hybride Mischung, wie man sie in Resort-Theatern von Las Vegas bis Macau findet – als an ein rein folkloristisches Programm. Wer sich eine ruhige, sitzende Kulturvorstellung vorstellt, für den sind die akrobatischen Einlagen der Teil, der am ehesten überrascht – und sie sind ein wesentlicher Grund, warum die Show eher einem ausgewachsenen Theaterstück gleicht als einer szenischen Darbietung regionaler Tänze.
Luftakrobatik über Kopf
Luftakrobatik an Seidentüchern — bei der die Künstler an langen, von der Theatertechnik herabhängenden Stoffbahnen emporsteigen, sich darin einwickeln und fallen lassen — prägt vor allem Devdans Sumatra-Akt, der gemeinsam mit dem bodengebundenen Saman-Tanz inszeniert wird. Luftakrobatik am Tuch ist eine wahrhaft anspruchsvolle Disziplin, die auf jahrelangem Kraft- und Flexibilitätstraining beruht und sich nicht einfach mal eben erlernen lässt. Sie ist eines der deutlichsten Zeichen dafür, dass Devdan auf internationale Zirkuskunst zurückgreift, statt sich auf eine einzige nationale Tanztradition zu beschränken. Wenn man sie im selben Akt wie einen jahrhundertealten, im Sitzen ausgeführten Klatsch-Tanz erlebt, fasst das die Herangehensweise der gesamten Show treffend zusammen: Alt und Neu Seite an Seite, statt getrennt voneinander.
Bodenakrobatik und Purzelbäume
Neben den Luftakrobatik-Einlagen sind bodengebundene Akrobatik-Elemente – Salti, Gruppenhebungen und Balanceübungen – in mehrere Acts der Show verwoben, statt als isolierte Zirkusnummer zu erscheinen. Das Ergebnis ist eine Produktion, die selten zur Ruhe kommt: Selbst Szenen, die um einen bestimmten regionalen Tanz aufgebaut sind, steigern sich gegen Ende des Acts oft in ein physischeres, akrobatischeres Register – ein Grund, warum Kritiker das Tempo so durchgängig als energiegeladen statt bedächtig beschreiben. Für ein Publikum, das nicht jeden regionalen Tanzstil beim Namen kennt, bleibt genau dieser konstante körperliche Schwung oft am stärksten in Erinnerung.
Feuer, Nebel und Bühnentechnik
Devdans Produktion setzt ebenso stark auf die technische Seite des Theaters wie auf die physische: Feuer-Effekte, Nebel, simulierter Regen, Rauch sowie mehrschichtiges Licht- und Sounddesign kommen laut Beschreibungen von Buchungspartnern, die die Show rezensiert haben, während der gesamten Vorstellung zum Einsatz. Zusammen mit der Akrobatik soll der Effekt als modernes Theaterspektakel wirken und nicht als reduzierte Kulturperformance – ein nützlicher Kontext, wenn Sie eher etwas wie einen stillen Dorftanz erwarten als eine aufwendig produzierte Arenashow. Es ist auch gut zu wissen, bevor Sie gehen, wenn Sie ein Kind mitbringen, das empfindlich auf laute, plötzliche Effekte oder grelle Lichtblitze reagiert.
Ein Ensemble, das in zwei Disziplinen ausgebildet wurde
Die Inszenierung sowohl traditioneller regionaler Tänze als auch zirkusreifer Akrobatik in derselben Produktion erfordert ein Ensemble, das in beiden Disziplinen gleichermaßen zu Hause ist – und Devdans eigene Unterlagen beschreiben eine Truppe von mehr als 60 Performern aus ganz Indonesien, die genau diesen Anspruch erfüllen. Einige Künstler werden primär als Tänzer beschrieben, andere primär als Akrobaten – doch die Nummern sind darauf ausgelegt, beides zu verschmelzen statt abzuwechseln, und genau das unterscheidet Devdan maßgeblich von einer reinen Tanzshow. Diese Verschmelzung ist auch der Grund, warum die Show innerhalb weniger Minuten von einer sitzenden Klatsch-Sequenz zu einer Aerial-Silk-Nummer an der Decke übergehen kann, ohne dass der Übergang erzwungen wirkt.
Warum das Hybrid-Format für Erstbesucher ideal ist
Für Besucher, die mit indonesischem Regionaltanz noch nicht vertraut sind, fungieren die akrobatischen Einlagen als eine Art Einstieg: Die Spektakel halten die Show auch in Momenten zugänglich und unterhaltsam, in denen der spezifische kulturelle Bezug (ein Dayak-Werbemotiv, eine javanische Kampfhaltung) sonst unerkannt bliebe. Das ist ein vertretbarer Tausch für einen Ein-Nacht-Besuch – weniger Tiefe in einer einzelnen Tradition, dafür eine Inszenierung, die die Aufmerksamkeit eines allgemeinen Publikums durchgehend zu fesseln vermag. Wer lieber eine regionale Tradition für sich allein erleben möchte, hat damit einen guten Grund, sich zusätzlich einer eigenen Dorf- oder Tempelaufführung anderswo auf Bali zuzuwenden.